„Frauen tanzen rückwärts und in Stöckelschuhen“

wild&weiblich-Vereinsvorsitzende Roswitha Prasser (re.) und stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Ursula Diepolder (li.) bedankten sich bei Almuth Wünsch für den Vortrag mit einem Blumenstrauß.

 

Diplom-Psychologin Almuth Wünsch informierte wild&weiblich-Unternehmerinnen warum Frauen sich erfolgreich selbst im Weg stehen und wie sie das ändern können

 

Passau (oi). Wie Frau erfolgreich ihre Führungsposition stärkt oder neue Herausforderungen selbstbewusst annimmt, darüber informierte Diplom-Psychologin Almuth Wünsch aus Neuburg am Inn die Teilnehmerinnen des jüngsten wild&weiblich-Unternehmerinnentreffs in einem Vortrag über den Dächern von Passau, im Restaurant Oberhaus.
 
„Frauen sind Weltmeister in der Selbstkritik und stehen sich damit sehr erfolgreich selbst im Weg“, eröffnete Almuth Wünsch ihren knapp einstündigen Vortrag, der bei den Unternehmerinnen, die aus den Landkreisen Freyung-Grafenau, Regen, Passau und Deggendorf kamen, großes Echo fand. Die Inhaberin der Female Academy verdeutlichte, welche „inneren Ampeln“ bei vielen Frauen auf „rot“ stehen und wie sie sich auf „grün“ schalten lassen. Die Spezialistin für menschliches Verhalten hat bereits in zahlreichen Unternehmen verschiedenster Branchen mit Männern und Frauen in Führungspositionen gearbeitet - oft genug als einzige Frau unter vielen Männern. Plakativ mit Videobeispielen erörterte sie verschiedene Situationen, in denen sich gerade Frauen selbst wirkungsvoll im Weg stehen und wie sie dies aber auch erfolgreich ändern können.
Ein motivierendes Beispiel, dass Frauen ihr Können nicht unter den berühmten Scheffel stellen müssten, zeige ein originelles Beispiel aus der Filmbranche, das vor allem amerikanische Feministinnen immer wieder gerne anführen: „Man müsse nur an Ginger Rogers und Fred Astaire denken. Fred Astaire wurde zwar als der große Tänzer gefeiert, aber Ginger Rogers konnte als Tanzpartnerin alles, was er konnte, ebenso gut. Und: sie konnte es auch noch rückwärts – und auf Stöckelschuhen!“
„Frauen machen sich den Erfolg häufig unnötig schwer“, erklärte Almuth Wünsch. Die großen Hindernisse seien selten fachliche Mängel, sondern in aller Regel ungünstige Mental-Strategien und Glaubenssätze, die „Frau“ ausbremsen. Wünsch erwähnte dazu unter anderem drei Beispiele: Frauen wollen von allen gemocht werden. Das hat viele Folgen: Sie vermeiden Positionen und Situationen, in denen sie angreifbar wären, sie vermeiden nötige Konflikte, machen oft alles selbst, weil es sonst ja niemand macht und haben dadurch keine Zeit und Gelegenheit mehr, die wirklich wichtigen und lukrativen Aufgaben anzunehmen. Viele Frauen glauben, sie müssten schon vorher beweisen, dass sie etwas können - und dass alle anderen als Meister vom Himmel gefallen sind, nur sie selbst nicht. Das führe dazu, dass sie im Lauf der Zeit tatsächlich hinter den eher unbekümmerten Männern zurückbleiben oder sich einfach nicht trauen zu sagen: „Ja, ich traue mir das zu!". „Und solange sich Frauen selbst wichtige Aufgaben nicht zutrauen, werden ihre Vorgesetzten das auch nicht tun“, sagt Wünsch. Manchmal helfe es schon, statt „ich kann das schon ewig und perfekt“ einfach zu sagen „ich traue mir das zu!“, weiß Wünsch. Viele Frauen fühlen sich in unangenehmen Konfliktsituationen plötzlich innerlich viel jünger und damit hilfloser, als sie tatsächlich sind. „Hier“, so Wünsch, „reicht es oft schon, sich in der Situation daran zu erinnern, welches Alter im eigenen Pass steht und sich all die Erfahrungen, Kenntnisse, Fertigkeiten und Qualitäten wieder bewusst zu machen, die man ja inzwischen tatsächlich besitzt und nur gerade vergessen hatte“.
Almuth Wünsch coacht mit ihrer Partnerin Sabine Haase in ihrer Female Academy Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen auf ihrem Karriereweg. Dabei geht es unter anderem um die Themen „Ich und Macht“, „Präsentieren und als Frau verhandeln“, „Nur wer führt, führt!" (Coaching mit Pferden zum überzeugenden Auftreten) und „Fit bleiben für den Marathon Berufsleben.“ Das Curriculum 2016 startet im Juli. Mehr Informationen dazu unter www.femaleacademy.de.
Vereinsvorsitzende Roswitha Prasser bedankte sich bei der Referentin für den kurzweiligen Vortrag mit einem Blumenstrauß in den Vereinsfarben rot und orange. Beeindruckt von den vielen Beispielen und Live-Berichten tauschten sich die Teilnehmerinnen nach dem Vortrag noch mit der Diplom-Psychologin und untereinander über eigene Erfahrungen aus und vertieften dabei wieder einmal das Netzwerk, das bereits seit über zehn Jahren besteht.


 

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